Was ist Glück? 21. März 2017

Auf die Frage, was Glück für uns bedeutet, gibt es viele Antworten.

Weil wir Menschen so unterschiedlich sind, scheint es das eine Rezept für das Glücklichsein nicht zu geben. Tatsächlich gibt es das doch, wie Harvard-Forscher*innen in zwei der längsten und umfangreichsten Studien, die je von Menschen über Menschen durchgeführt wurden, herausfanden.

Bindung zu anderen Menschen

Die beiden Studien The Grant Study und The Glueck Study beschäftigten sich über 75 Jahre lang mit dieser einen Frage: Was macht den Menschen wirklich glücklich? Sie beobachteten über 600 Menschen über diese Jahrzehnte, verfolgten ihre Lebensgeschichten, testeten ihre Blutbilder, scannten ihre Gehirne.

Nach einer Analyse dieser unvorstellbaren Massen an komplexen Daten bleibt laut Robert Waldinger, der Teile der Studie betreute, eine Kernerkenntnis: „Gute Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder. Punkt.“ Die Betonung liege dabei auf gut, es ist die Qualität der nahen Beziehungen, die zählt.“

Die Qualität einer Beziehung erkenne man daran, wie sicher man sich selbst in ihr fühle, während man sein Innerstes mit anderen teile. Daran, wie verwundbar wir dabei seien, wie tief die Beziehung gehe. Und daran, ob wir uns in ihr entspannen können und wir so sein können, wie wir sind; aber auch den anderen so zu schätzen, wie er ist.

Zwei Elemente scheinen dabei sehr wichtig: Die Liebe und einen Lebensweg zu finden, der die Liebe nicht vertreibt.

Die Anwesenheit eines geliebten Menschen dagegen kann sowohl psychischen als auch physischen Schmerz lindern. Außerdem trägt eine vertrauensvolle Beziehung zu einem entspannten Nervensystem und einem gesunden Gehirn bei.

Diese Weisheit könnte uns vor allem eines lehren: unsere Prioritäten künftig anders zu setzen – nämlich dahingehend, fähig für Kommunikation und Austausch zu bleiben. Allein schon deshalb, um gesund zu bleiben. Dazu gehört womöglich, die Arbeitszeit und Stress zu reduzieren, damit wir unsere Beziehungen vernünftig pflegen können.

 

4. Mai 2016: Weltweiter Aktionstag zur Verbesserung der Lage von psychisch kranken Müttern und ihren Kindern 2. Mai 2016

In den deutschsprachigen Ländern sind wir nach einer Erhebung der deutschsprachigen Marce Gesellschaft  weiterhin von einer flächendeckenden psychiatrischen Versorgung von erkrankten Müttern gemeinsam mit ihren Babies weit entfernt. Deshalb ist dieser erste weltweite Aktionstag besonders wichtig, um diese Versorgungslücken, die seit Jahren bestehen, zumindest öffentlich zu machen und gleichzeitig auf die bestehenden Einrichtungen und die Wichtigkeit von Erkennen und Behandeln der Erkrankungen zu verweisen.
Zitat Dr. Alain Gregoire (für die weltweite Initiative Maternal mental health alliance:http://maternalmentalhealthalliance.org

„Mütterliche psychische Erkrankung während der Schwangerschaft und nach der Geburt ist mit einem höheren Risiko für ungünstige emotionale, intellektuelle, soziale und physische Entwicklung von Kinder einhergehend. Dieser Effekt zieht sich bis ins Erwachsenenleben. Mütterlicher Suizid ist nach Krebs die häufigste Todesursache in der Zeit nach der Geburt.“

Zahlen:
Weltweit erleben 1 von 5 Frauen irgendeine postpartale psychische Auffälligkeit. Statistiken variieren etwas, aber es handelt sich um ein weltweites Phänomen.
Es handelt sich um Depression, Angst, Zwangserkrankung, bipolare Psychosen oder Wochenbettpsychosen.

Frauen verbergen ihre Symptome
Nach Schätzungen verbergen 7 von 10 betroffenen Mütter ihre Symptome. Ohne Verständnis, Unterstützung und Behandlung dieser nachgeburtlichen Erkrankungen haben diese verheerende Auswirkungen auf die betroffenen Mütter mit ihren Babies, ihre Partner und die ganze Familie.

Bitte twittern Sie am 4. Mai #maternalMHmatters, wir möchten die Nachrichten über den Globus verbreiten: posten Sie kurze  Nachrichten und Aktivitäten an diesem Tag
Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung dieser Aktion!

Webpage beinhaltet wichtige Informationen, leider nur auf englisch: http://wmmhday.postpartum.net

 

Postnatale Depression, Angst- und Zwangsstörung in Graz 6. April 2016

Psychosoziale Betreuung von Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt in Graz

Eine Gruppe von KollegInnen im medizinischen und psychosozialen Arbeitsumfeld hat folgende Empfehlungen erarbeitet. (Leitlinien_psychosozial)

Schwangerschaft und Geburt zählen für eine Frau zu den ganz besonderen Ereignissen des Lebens. In den Hintergrund rückt dabei oft, dass es zahlreicher guter Voraussetzungen bedarf, um diese Zeit und die Übernahme der Verantwortung für das Kind als Glück und Bereicherung erleben zu können.

Mit der Schwangerschaft beginnt für die werdenden Eltern ein neuer Lebensabschnitt, der viele Veränderungen mit sich bringt. Bestehende Lebensentwürfe werden neu überdacht und in Frage gestellt. Dies betrifft alle Lebensbereiche – wie etwa Partnerschaft, Wohnsituation, Berufstätigkeit und soziale Beziehungen.

Während der Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes besteht wie zu keiner anderen Zeit im Leben einer Frau ein erhöhtes Risiko, psychisch zu erkranken (z.B. postnatale Depression, postnatale Angst- und Zwangsstörungen). Gewisse Faktoren, wie fehlende partnerschaftliche Unterstützung, finanzielle Belastungen, vorherige psychische Erkrankungen oder frühere traumatische Geburtserlebnisse, erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Krise in der Schwangerschaft oder im Wochenbett.
Schlechtere Startbedingungen für Mutter und Kind können die Folgen sein.

Kinder, deren Mütter in dieser sensiblen Zeit psychisch erkranken, haben unter anderem ein größeres Risiko für Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, emotionale und kognitive Einschränkungen oder für spätere psychische Erkrankungen.

Anliegen dieser Leitlinien ist das möglichst frühe und zuverlässige Erkennen und Abklären von Risikofaktoren, um eine adäquate und umfassende Begleitung und/oder Behandlung der betroffenen Frauen zu gewährleisten.

Darüber hinaus ermöglicht die interdisziplinäre Vernetzung aller befassten Berufsgruppen, durch Austausch und Zusammenarbeit, interdisziplinäre Fortbildungen und Fallkonferenzen, die Schaffung von Qualitätsstandards in der Betreuung gefährdeter Frauen.

Wie wichtig ist Selbstkontrolle? 15. April 2015

Das sogenannte Marshmallow Experiment, von Walter Mischel

4-5 jährige Kinder wurden zu einem Spiel eingeladen. Sie wurden gefragt, ob sie jetzt ein Marshmallow essen wollten, oder warten und als Belohnung noch ein zweites bekommen. Die Kinder reagierten sehr unterschiedlich. Vereinfacht gesagt gab es die „high delayers“ die lange warten konnten ohne das Marshmallow zu essen und die „low delayers“, die nicht lange auf die Belohnung warteten.

Das Experiment sollte die Fähigkeit zur Selbstkontrolle messen, wie Mischel zeigte, misst es aber eigentlich noch viel mehr.

Langzeit Untersuchungen zeigten, dass 10 Jahre später die high delayers eine höhere Konzentrationsfähigkeit besassen, sie konnten besser mit Frustrationen umgehen, waren selbstbewusster, erzielten bei Intelligenztests höhere Werte als die low delayers. Bei Untersuchungen 20 Jahre später, hatten die high delayers häufiger studiert, hatten stabilere Beziehungen und nahmen weniger häufig Drogen im Vergleich zu den Kindern die low delayer waren.

Selbstkontrolle scheint ein wichtiger Aspekt von Erfolg zu sein: kurzfristig eine „Schmerz“ aushalten, um langfristig eine Belohnung zu bekommen. Nur wenn ein Mensch sich auch beherrschen kann ist er frei. Gewisse Strategien können helfen mehr Selbstkontrolle zu gewinnen, z.B. es wurde den Kindern gesagt das Marshmallow sei nicht echt. Dies führte dazu, dass Kinder es viel länger aushielten das Marshmallow nicht zu essen – sie dachten anders über das Marshmallow und hielten so viel länger der Versuchung stand.

Wie wir über etwas denken, verändert was es mit uns macht. Dies ist auch eine wichtige Erkenntnis in der psychotherapeutischen Arbeit.

Literaur: Mischel, W. et al. (1989). Delay of gratification in children. Science, 244, 933-938.

Bewegung tut gut und verändert Denkmuster 26. März 2014

Bewegung wirkt gegen Depressionen, dies kann beinahe so effektiv sein wie eine medikamentöse Therapie. Es scheint, dass regelmäßige Bewegung hilfreiche Mechanismen im Gehirn in Gang setzt, die dem Köper auch langfristig helfen können. Sobald man sich bewegt, wird die Gehirnaktivität verändert.

Eine Theorie besagt, dass durch Bewegung der Botenstoff BDNF (brain derived neurotropic factor), der bei Depressiven mangelhaft vorhanden scheint, im Blut steigt. Dadurch können neue neuronale Verbindungen entstehen, was andere Verhaltensweisen möglich macht. Eingefahrene und wenig produktive Denkmuster, die oft ein charakteristisches Symptom bei einer Depression sind, werden aufgegeben und durch flexibleres Denken ersetzt.

Ein weiteres Forscherteam untersuchte gesunde Probanden und zeigte, dass durch Bewegung der motorische Kortex aktiviert wird und der präfrontale Kortex, zuständig für logisches Denken und Planen, heruntergefahren wird. Als Konsequenz haben wir den Kopf frei und sind wieder aufnahmefähiger.

Eine begleitende Maßnahme, um seiner Psyche gutes zu tun, sollte eine Form von Bewegung sein. Was man wählt sollte als angenehm empfunden werden. Je regelmäßiger wir Sport treiben, desto weniger Überwindung wird es uns kosten.

 

Denkanstösse: Bindung und Autonomie 24. November 2013

Wie findet man eine gute Balance zwischen “ Beziehung leben“ und „Freiheit geniessen“? Wie lassen sich eigene Bedürfnisse erfüllen, ohne die wichtigen Beziehungen zu vernachlässigen?

Das ist schon Thema am Anfang des Lebens: Babies brauchen Schutz, Nähe, Nahrung und Beständigkeit. Der Aufbau der Eltern- Kind – Bindung steht im Vordergrund, für das Baby, sowie die Eltern. Um eine Beziehung zu dem anfangs noch unbekannten kleinen Menschen aufzubauen, gehört viel Zeit investiert (die meisten Eltern machen das instinktiv und gerne). Nur so kann man die verschiedenen Regungen und Gefühlsäusserungen verstehen, nur so kann eine verlässliche Basis aufgebaut werden. Doch was machen wir mit unseren erwachsenen Bedürfnissen, die nur weil wir Mutter oder Vater geworden sind nicht verschwinden? Prioritäten verändern sich, das bedeutet aber nicht Selbstaufgabe.

Sicherlich büßen die meisten Eltern in der Anfangsphase mit ihrem Kind, zugunsten von „Familienzeit“, an persönlicher Freiheit ein. Doch diese Phase ist zeitlich begrenzt und kluges Planen kann immer wieder Freiräume ausserhalb von Familienpflichten schaffen. Vorraussetzung für Freiheiten geniessen ist, dass Eltern ( besonders Mütter) sich bewusst werden, dass sie diese Bedürfnissen überhaupt noch haben und sich auch erlauben diese auszuleben.

Ab dem Moment der Geburt bewegt sich das Kind weg von den Eltern und möchte auf Basis einer guten und stabilen Bindung/ Beziehung die Welt kennenlernen und explorieren. Dies schafft das Kind nur, wenn die Eltern ihm auch Freiräume gewähren und auf seine Kompetenz vertrauen.

Auch in erwachsenen Beziehungen kann das Thema Bindung und Autonomie immer wieder zu Spannungen führen. Menschen haben manchmal zu viel von Einem und zu wenig von dem Anderen. Entweder fühlen sie sich eingesperrt und kontrolliert, oder sie haben permanent Angst ihre Beziehung zu verlieren und alleine zu sein. Eine stabile und glückliche Beziehung braucht die Autonomie jedes Einzelnen, die in eigenen Hobbys oder beruflicher Verwirklichung gefunden werden kann. Menschen sind aber nur miteinander verbunden, wenn sie auch wissen, was den Anderen bewegt. Dies geschieht meist im Gespräch abseits der Alltagspflichten. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bindung und Autonomie hinzukriegen scheint eine der wichtigsten Lebensaufgaben.

… nach der Sommerpause… Fokus auf das Positive 26. September 2013

In unserem Beruf werden wir als Psychologen/ Psychotherapeuten meistens von Menschen aufgesucht denen es schlecht geht. Sie suchen unsere Hilfe, um sich besser zu fühlen. Unsere Aufgabe besteht darin, mit psychologischen Mitteln zu verstehen warum es der Person schlecht geht und dieses Leiden zu verringern, sei es durch verändertes Verhalten oder eine andere Sichtweise. Oft ist es eine Kombination aus beidem. Dieses Vorgehen birgt die Gefahr den Fokus zu sehr auf negative Gefühlen und Ereignisse zu lenken und dort verhaftet zu bleiben.

Jeder Mensch hat Ressourcen, sie können aber in Vergessenheit geraten. Die Vertreter der ‚positiven Psychologie‘, (u.a. Psychologe Martin Seligman) plädieren dafür das Positive zu stärken oder auch wieder ins Leben zu rufen. Auf der Suche nach Glück scheinen drei Bereiche sehr wichtig: Freude, Engagement und Bedeutung.

Freude alleine, so wie eine Massage oder ein neues Fahrrad trägt kurzfristig zum glücklich sein bei und kann täglich „geübt“ werden: Man achtet auf die kleinen Freuden im Leben, wie die wärmenden Sonne oder das Lachen eines Kindes. Engagement im Beruf und in Beziehungen oder auch eine größere Bedeutung im Leben zu finden in dem was wir tun oder sind, scheint laut Seligman langfristig wichtig zu sein, um ein befriedigendes und glückliches Leben zu führen. Psychotherapie kann dabei helfen ein glücklicheres und erfüllteres Leben zu führen.

Geheimnisse einer glücklichen Beziehung 5. Juli 2013

Prof. John Gottman amerikanischer Psychologe und Paartherapeut erforscht (mit seiner Frau Dr. Julie Schwartz- Gottman) glückliche und unglückliche Beziehungen und entwickelte ein Therapieprogramm auf Basis der Ergebnisse. Was eine Beziehung funktionieren lässt, kann schnell zusammengefasst werden: Paare die ihre Beziehung als glücklich einschätzen, lassen die negativen Gedanken und Gefühle (die es in allen Beziehungen gibt auch in glücklichen) nicht die positiven überdecken – sie führen eine emotional intelligent Ehe.

Laut Gottman haben Paare in einer glücklichen Ehe/ Beziehung  7 Geheimnisse:

  • sie sind vertraut mit der Welt des Anderen
  • sie pflegen Zuneigung und Bewunderung füreinander
  • sie wenden sich einander zu und nicht voneinander ab
  • sie lassen sich von Ihrem Partner beeinflussen
  • sie lösen ihre lösbaren Probleme
  • sie überwinden Pattsituationen
  • sie schaffen einen gemeinsamen Sinn

Glückliche Beziehungen basieren auf tiefer Freundschaft, dies zeigt sich im Respekt für den Partner und Freude an gemeinsam verbrachten Zeiten. Wenn sich Partner in Beziehungen nicht mehr wohl fühlen, kann es daran liegen, dass sie die freundschaftliche Basis ihrer Beziehung vernachlässigt haben. Falls ein Bestreben die freundschaftliche Basis zu stärken nicht gelingt, kann es sinnvoll sein professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Menschen die in einer glücklichen Partnerschaft leben, sind gesünder und leben länger, als Menschen die in einer unglücklichen Beziehung leben oder geschieden sind – es scheint sich zu lohnen an seiner Partnerschaft zu arbeiten.

 

Forschungsergebnisse relevant für Psychotherapie 26. Juni 2013

Meditation hilft beim klarer denken und erhöht die Aufmerksamkeit, Psychiatry Research, Bostanov V., Keune P.et al.

Menschen die acht Wochen lang lernten zu meditieren (nach der Mindfulness -Based-Stress Reduction Methode von Jon Kabat-Zinn), reagieren im Vergleich zu einer Kontrollgruppe stärker auf akustische Reize. Die Forscher interpretieren die Ergebnisse wie folgt: durch das Meditieren verschwenden Probanden weniger Energie mit Grübeln und können besser auf Töne reagieren. Probanden berichten, dass sie aufmerksamer sind und klarer denken können. Meditation verändert die Gehirnareale, die zuständig sind für Konzentration, Aufmerksamkeit und Erinnerung, auch arbeitet das Immunsystem besser und der Blutdruck sinkt. Für die psychotherapeutische Praxis ist dies höchst relevant, da Meditation (oder auch ein anderes Entspannungsverfahren) dazu beitragen kann Depressionen zu verringern bzw. depressives Grübeln zu reduzieren.

Wissenswertes über postnatale Depression 21. Juni 2013

Postnatale Depression: wer leidet darunter, was ist das, was kann man dagegen unternehmen?

Wie viele Frauen leiden darunter?
Experten sind sich einig, dass zwischen 10-20% aller Mütter an einer Wochenbettdepression leiden. Wenn eine Frau schon vor der Geburt depressiv war, erhöht sich das Risiko nach der Geburt ihres Kindes erneut an einer Depression zu erkranken.

Was ist postnatale Depression?
Postnatale Depression ist eine Depression die nach der Geburt eines Kindes auftritt (meist in den ersten 6 Wochen nach der Entbindung). Die depressive Erkrankung dauert meist Wochen, wenn nicht Monate. Frauen erleben die Situation mit dem Neugeborenen oft als ausweglos und fühlen sich restlos überfordert. Die wichtigsten Symptome sind: Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen, auch haben Mütter quälende Schuldgefühle dem Neugeborenen gegenüber. In extremen Fälle besteht sogar ein Suizidrisiko.

Wer leidet darunter?
Das Auftreten einer postnatalen Depression muss nichts damit zu tun haben, ob eine Schwangerschaft erwünscht war. Postnatale Depression ist durch viele Faktoren bedingt, mit einer hormonellen, sozialen und psychischen Komponente. Mütter die an einer postnatalen Depression erkranken, können sich in schwierigen Lebensumständen befinden, sozial benachteiligt sein oder in einer Partnerschaftskrise stecken. Frauen nach einer traumatischen Geburt oder mit einem kranken Kind sind gefährdet in eine postnatale Depression zu rutschen. Manche Mütter sind sehr perfektionistisch und haben ihr Leben immer geplant, mit einem Neugeborenen müssen Frauen umstellen. Es ist wichtig eine Balance zwischen den Bedürfnissen des Kindes und der Mutter zu finden, dies gelingt nicht sofort und braucht ein wenig Zeit.

Egal wie gut Frauen sich vorbereiten und wie sehr sie sich auf das Kind freuen es gibt keine Garantie, dass sie nicht an einer postnatalen Depression erkranken. Schon vor der Geburt ist es sinnvoll, dass Frauen sich Gedanken machen wer unterstützend d.h emotional und praktisch für sie da ist. Viele Frauen denken sobald sie Mutter sind müssen sie sich ganz ihrem Kind widmen und eigenen Bedürfnisse zurückschrauben. Das Baby sollte ganz vorne in der Prioritätenliste kommen, doch langfristig sollten Mütter dafür sorgen, dass sie ihre Batterien regelmäßig aufladen.

Was kann man dagegen unternehmen?
Sobald Frauen merken, dass es ihnen seit einiger Zeit nicht gut geht und sie es auch nicht schaffen sich selber zu helfen, sollten sie sich jemandem anvertrauen und sich dann an einen Arzt (Haus- oder Frauenarzt) oder ihre Hebamme wenden. Dort kann ihnen durch Gespräche oder in ernsten Fällen durch Antidepressiva geholfen werden. Bei Bedarf kann eine Psychotherapie eine wichtige Stütze darstellen. Es ist wichtig schnell zu handeln, da nicht nur die Mutter leidet, sondern das Baby eine emotional eingeschränkte Bezugsperson vorfindet, d.h. postnatale Depressionen gehören schnell diagnostiziert und behandelt.

Postnatale Depression ist eine Erkrankung und kein Versagen der Mutter!