Postnatale Depression, Angst- und Zwangsstörung in Graz

Psychosoziale Betreuung von Frauen während der Schwangerschaft und nach der Geburt in Graz

Eine Gruppe von KollegInnen im medizinischen und psychosozialen Arbeitsumfeld hat folgende Empfehlungen erarbeitet. (Leitlinien_psychosozial)

Schwangerschaft und Geburt zählen für eine Frau zu den ganz besonderen Ereignissen des Lebens. In den Hintergrund rückt dabei oft, dass es zahlreicher guter Voraussetzungen bedarf, um diese Zeit und die Übernahme der Verantwortung für das Kind als Glück und Bereicherung erleben zu können.

Mit der Schwangerschaft beginnt für die werdenden Eltern ein neuer Lebensabschnitt, der viele Veränderungen mit sich bringt. Bestehende Lebensentwürfe werden neu überdacht und in Frage gestellt. Dies betrifft alle Lebensbereiche – wie etwa Partnerschaft, Wohnsituation, Berufstätigkeit und soziale Beziehungen.

Während der Schwangerschaft und nach der Geburt eines Kindes besteht wie zu keiner anderen Zeit im Leben einer Frau ein erhöhtes Risiko, psychisch zu erkranken (z.B. postnatale Depression, postnatale Angst- und Zwangsstörungen). Gewisse Faktoren, wie fehlende partnerschaftliche Unterstützung, finanzielle Belastungen, vorherige psychische Erkrankungen oder frühere traumatische Geburtserlebnisse, erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Krise in der Schwangerschaft oder im Wochenbett.
Schlechtere Startbedingungen für Mutter und Kind können die Folgen sein.

Kinder, deren Mütter in dieser sensiblen Zeit psychisch erkranken, haben unter anderem ein größeres Risiko für Entwicklungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, emotionale und kognitive Einschränkungen oder für spätere psychische Erkrankungen.

Anliegen dieser Leitlinien ist das möglichst frühe und zuverlässige Erkennen und Abklären von Risikofaktoren, um eine adäquate und umfassende Begleitung und/oder Behandlung der betroffenen Frauen zu gewährleisten.

Darüber hinaus ermöglicht die interdisziplinäre Vernetzung aller befassten Berufsgruppen, durch Austausch und Zusammenarbeit, interdisziplinäre Fortbildungen und Fallkonferenzen, die Schaffung von Qualitätsstandards in der Betreuung gefährdeter Frauen.

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