Wie wichtig ist Selbstkontrolle?

Das sogenannte Marshmallow Experiment, von Walter Mischel

4-5 jährige Kinder wurden zu einem Spiel eingeladen. Sie wurden gefragt, ob sie jetzt ein Marshmallow essen wollten, oder warten und als Belohnung noch ein zweites bekommen. Die Kinder reagierten sehr unterschiedlich. Vereinfacht gesagt gab es die „high delayers“ die lange warten konnten ohne das Marshmallow zu essen und die „low delayers“, die nicht lange auf die Belohnung warteten.

Das Experiment sollte die Fähigkeit zur Selbstkontrolle messen, wie Mischel zeigte, misst es aber eigentlich noch viel mehr.

Langzeit Untersuchungen zeigten, dass 10 Jahre später die high delayers eine höhere Konzentrationsfähigkeit besassen, sie konnten besser mit Frustrationen umgehen, waren selbstbewusster, erzielten bei Intelligenztests höhere Werte als die low delayers. Bei Untersuchungen 20 Jahre später, hatten die high delayers häufiger studiert, hatten stabilere Beziehungen und nahmen weniger häufig Drogen im Vergleich zu den Kindern die low delayer waren.

Selbstkontrolle scheint ein wichtiger Aspekt von Erfolg zu sein: kurzfristig eine „Schmerz“ aushalten, um langfristig eine Belohnung zu bekommen. Nur wenn ein Mensch sich auch beherrschen kann ist er frei. Gewisse Strategien können helfen mehr Selbstkontrolle zu gewinnen, z.B. es wurde den Kindern gesagt das Marshmallow sei nicht echt. Dies führte dazu, dass Kinder es viel länger aushielten das Marshmallow nicht zu essen – sie dachten anders über das Marshmallow und hielten so viel länger der Versuchung stand.

Wie wir über etwas denken, verändert was es mit uns macht. Dies ist auch eine wichtige Erkenntnis in der psychotherapeutischen Arbeit.

Literaur: Mischel, W. et al. (1989). Delay of gratification in children. Science, 244, 933-938.

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